Ein Ermüdungsbruch heißt auch Stressfraktur. Er entsteht nicht durch einen Sturz. Er entsteht durch viele kleine Belastungen, die sich addieren. Betroffen sind vor allem Läufer und Menschen, die ihr Training schnell steigern. Am häufigsten trifft es das Schienbein und die Mittelfußknochen. Wird ein Ermüdungsbruch früh erkannt, heilt er meist ohne Operation.
Was ist ein Ermüdungsbruch?
Knochen baut sich ständig um und passt sich der Belastung an. Manchmal wird er öfter oder stärker belastet, als er sich anpassen kann. Dann entstehen feine Risse. Zuerst zeigt der Knochen eine sogenannte Stressreaktion. Sie ist oft nur in der MRT zu sehen. Eine MRT ist eine Untersuchung im Magnetfeld, die genaue Bilder vom Körperinneren liefert. Geht die Überlastung weiter, kann daraus ein Bruch werden. Typische Stellen sind das Schienbein, die Mittelfußknochen und das Wadenbein. Seltener sind das Fersenbein, das Kahnbein des Fußes oder der Schenkelhals betroffen.
Abgrenzung zum Schienbeinkantensyndrom
Beim Schienbeinkantensyndrom tut die Innenkante des Schienbeins über mehrere Zentimeter weh. Das merken Sie vor allem bei Belastung. Beim Ermüdungsbruch können Sie die schmerzende Stelle meist mit einem Finger zeigen. Beide Beschwerden können ineinander übergehen.
Symptome: Woran erkenne ich einen Ermüdungsbruch?
Die Beschwerden beginnen meist langsam. Typisch sind:
- ein Schmerz an einer eng begrenzten Stelle am Knochen, der bei Belastung auftritt
- Beschwerden, die von Training zu Training früher einsetzen
- später auch Schmerzen beim Gehen, in Ruhe oder nachts
- Druckschmerz und manchmal eine leichte Schwellung über dem Knochen
Tut die Leiste beim Laufen weh, kann ein Ermüdungsbruch am Schenkelhals dahinterstecken. Lassen Sie das schnell untersuchen.
Ursachen: Wie entsteht ein Ermüdungsbruch?
Meist wurde das Training zu schnell gesteigert. Der Knochen hatte nicht genug Zeit, sich anzupassen. Das Risiko steigt außerdem durch:
- einen Wechsel auf harten Untergrund oder in neue Schuhe
- Fußfehlstellungen und einen ungünstigen Laufstil
- zu wenig Energie aus der Nahrung im Verhältnis zum Training, bei Frauen oft verbunden mit Zyklusstörungen
- einen Mangel an Vitamin D oder Kalzium
- eine verminderte Knochendichte
- einen früheren Ermüdungsbruch
Diagnose: Untersuchung, MRT und Ursachensuche
Am Anfang sprechen wir mit Ihnen über Ihr Training und Ihre Beschwerden. Dann untersuchen wir Sie gründlich. Ein Röntgenbild zeigt einen Ermüdungsbruch in den ersten Wochen oft noch nicht. Am frühesten und sichersten erkennt man ihn in der MRT. Für Röntgenbilder von Fuß und Unterschenkel nutzen wir die digitale Volumentomographie (DVT). Sie arbeitet mit wenig Strahlung und zeigt auch feine Brüche.
Damit der Knochen nicht wieder bricht, suchen wir nach den Ursachen. Mit der 3D Gang- und Laufanalyse und der Fußdruckmessung erkennen wir falsche Belastungen. Manchmal sind schon mehrere Ermüdungsbrüche aufgetreten oder es gibt andere Risiken. Dann kann eine Messung der Knochendichte sinnvoll sein.
Behandlung: Was hilft bei einem Ermüdungsbruch?
Die meisten Ermüdungsbrüche heilen ohne Operation. Entscheidend ist, die Belastung wegzunehmen, die den Knochen überfordert hat. Je nach Stelle und Größe des Bruchs setzen wir ein:
- eine Pause vom Laufen und Springen, bei Bedarf mit Unterarmgehstützen
- einen Spezialschuh oder Stiefel, der den Fuß entlastet
- Training ohne Stoßbelastung, etwa Radfahren oder Schwimmen, sobald es schmerzfrei möglich ist
- die Behandlung von Ursachen wie Fehlbelastung oder Mangelzuständen
In unserem Return-to-Sports-Programm steigern wir die Belastung danach Schritt für Schritt. So kehren Sie sicher ins Training zurück.
Ist eine Operation nötig?
Nur selten. An einigen Stellen heilt der Knochen schlechter, oder der Bruch kann ganz durchgehen. Das gilt etwa für den Schenkelhals, das Kahnbein des Fußes oder die Basis des fünften Mittelfußknochens. Dann muss der Knochen streng entlastet werden. Manchmal ist auch eine Operation nötig. Ist ein Eingriff für Sie sinnvoll, beraten wir Sie ausführlich. Dann überweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen.
Wie lange dauert die Heilung?
Das hängt von der Stelle ab und davon, wie früh der Bruch erkannt wird. Oft dauert es sechs bis zwölf Wochen, bis Sie wieder voll trainieren können. An Stellen, die schlecht heilen, kann es länger dauern. Wer zu früh wieder anfängt, riskiert einen Rückfall.
Ermüdungsbruch vorbeugen
Steigern Sie Strecke und Tempo beim Laufen Schritt für Schritt. Planen Sie Ruhetage ein. Essen Sie genug, besonders wenn Sie viel trainieren. Tut eine Stelle immer wieder weh, nehmen Sie das ernst. Lassen Sie es früh untersuchen. Eine Laufanalyse kann falsche Belastungen zeigen, bevor sie zum Problem werden.
Ermüdungsbruch in Köln behandeln lassen
Tut eine Stelle an Schienbein oder Fuß bei jedem Lauf stärker weh? Dann vereinbaren Sie einen Termin bei uns. In unserer Praxisklinik in Köln-Bayenthal und Köln-Rodenkirchen klären wir die Ursache. Wir begleiten Sie, bis Sie Ihr Bein in Alltag und Sport wieder sicher belasten können.








