Sie knicken unglücklich mit dem Fuß um, und schon ist es passiert. Das Sprunggelenk tut weh und schwillt an. Es bildet sich ein Bluterguss. Dahinter steckt eine Verstauchung oder ein Bänderriss. Das hängt davon ab, wie viel Kraft auf die Bänder gewirkt hat. Rund 20 Prozent aller Sportverletzungen sind Bandverletzungen des oberen Sprunggelenks.
Was ist der Unterschied zwischen Verstauchung und Bänderriss?
Bänder geben dem Sprunggelenk Halt. Jedes Umknicken belastet sie. Die Folgen hängen davon ab, wie viel Kraft wirkt. Sie reichen von einer Bänderdehnung über den Riss eines oder mehrerer Bänder bis zu knöchernen Bandausrissen und Knochenbrüchen. Bei einem knöchernen Bandausriss reißt das Band ein Stück Knochen mit ab.
Im Alltag nennt man vieles davon Verstauchung. Bei einer einfachen Verstauchung sind die Bänder meist nur überdehnt. Bei einem Bänderriss (Bandruptur) sind sie teilweise oder ganz gerissen.
Am häufigsten sind die Außenbänder betroffen. Seltener sind die Innenbänder oder die Syndesmose verletzt. Die Syndesmose ist eine quer verlaufende Bandverbindung zwischen Schienbein und Außenknöchel.
Symptome: Woran erkenne ich einen Bänderriss am Sprunggelenk?
Verletzungen der Außenbänder machen meist starke Schmerzen und einen Bluterguss (Hämatom). Typische Anzeichen eines Bänderrisses sind:
- Schmerzen im Sprunggelenk
- eine Schwellung des Gelenks
- ein Bluterguss
- Der Fuß lässt sich kaum oder gar nicht belasten.
Können Sie gar nicht mehr auftreten, ist meistens ein Band vollständig gerissen. Ob es eine Verstauchung oder ein Bänderriss ist, zeigt aber nur eine Untersuchung sicher.
Ursachen: Wie kommt es zur Bandverletzung?
Fast immer knickt der Fuß um. Besonders oft passiert das beim Sport. Zum Beispiel landen Fußballer, Basketballer oder Volleyballer nach einem Sprung unglücklich. Aber auch im Alltag knickt man leicht um, etwa in Schuhen mit hohen Absätzen.
Erste Hilfe nach dem Umknicken: die PECH-Regel
Direkt nach dem Unfall gilt die PECH-Regel:
- Pause: Belastung sofort beenden.
- Eis: das Gelenk kühlen. Legen Sie ein Tuch zwischen Kühlpack und Haut.
- Compression: einen leicht drückenden Verband anlegen.
- Hochlagern: den Fuß hoch lagern.
Diagnose: Verstauchung oder Bänderriss?
Zuerst klären wir, wo genau der Schmerz sitzt. Wir prüfen die Schwellung und achten auf Blutergüsse. Dann untersuchen wir die Beweglichkeit und die Bandstabilität, also wie fest die Bänder das Gelenk halten. Dabei vergleichen wir mit der anderen Seite. So erkennen wir, ob eine leichte Verstauchung oder ein Bänderriss vorliegt.
Wie stabil Ihre Sprunggelenkbänder sind, sehen wir zum Beispiel im Ultraschall. Er zeigt die Außenbänder besonders gut. Besteht der Verdacht auf eine Verletzung der Syndesmose, sehen wir uns das im MRT an. Das ist eine Untersuchung im Magnetfeld, die Bilder vom Inneren des Gelenks liefert. Mit einer Röntgenaufnahme erkennen wir, ob auch Knochen verletzt sind.
Behandlung: Was hilft bei Verstauchung und Bänderriss?
Nach der Erstversorgung soll Ihr Sprunggelenk abschwellen. Dabei helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, nach Rücksprache mit einem Arzt. Auch Entlastung oder Lasertherapie können helfen. Die weitere Behandlung hängt davon ab, wie schwer die Verletzung ist:
- Einfache Verstauchung: kurze Ruhigstellung in einem Kompressionssalbenverband. Das ist ein leicht drückender Verband mit Salbe. Dazu einige Tage Sportpause.
- Verletzung der Außen- oder Innenbänder: sechs Wochen Ruhigstellung in einer speziellen Schiene. Sportpause von sechs bis acht Wochen. Anfangs eventuell Unterarmgehstützen zur Entlastung.
- Verletzung der Syndesmose: Entlastung für vier bis sechs Wochen und Sportpause von acht bis zehn Wochen.
- Begleitende knöcherne Verletzungen: Eine Operation kommt infrage, wenn Knochenstücke verschoben sind. Das gilt auch, wenn die Syndesmose großflächig verletzt ist und die Sprunggelenksgabel dadurch instabil ist. Die Sprunggelenksgabel umfasst das Sprunggelenk von beiden Seiten.
Wie lange dauert die Heilung?
Wird eine frische Verletzung sofort erkannt und konsequent behandelt, sind die Aussichten meist gut. Erfahrungsgemäß heilt sie innerhalb von Tagen bis mehreren Wochen ohne Folgen aus. Wie lange Sie pausieren müssen, hängt davon ab, was verletzt ist. Bei einer einfachen Verstauchung sind es einige Tage. Bei einer Syndesmosenverletzung sind es acht bis zehn Wochen.
Muss eine Verstauchung behandelt werden?
Ja. Nach einer Verstauchung sollten Verletzungen an Bändern, Kapsel oder Muskeln untersucht und behandelt werden. So beugen Sie einem dauerhaft instabilen Sprunggelenk vor. Sonst kann sich der Knorpel zu stark abnutzen. Daraus kann sogar eine Arthrose entstehen, also ein Verschleiß des Gelenks.
Verstauchung und Bänderriss in Köln behandeln lassen
Haben Sie sich den Fuß verstaucht? Dann lagern Sie das Gelenk zuerst hoch, stellen Sie es ruhig und kühlen Sie es. Gehen Sie danach bald zum Orthopäden oder Sportmediziner. Unsere Praxisklinik in Köln-Bayenthal und Köln-Rodenkirchen ist auf Sportverletzungen spezialisiert. Wir untersuchen Ihr Sprunggelenk und begleiten Sie zurück in Alltag und Sport.








