Ob trauma- oder anlagebedingt – wir renken die Schulterluxation wieder ein
Manchmal reicht schon ein kleines Stolpern. Man fällt nach vorn und fängt sich mit ausgestrecktem Arm ab. Dabei kann die Schulter auskugeln. Fachleute nennen das Schulterluxation.
Auch Sportler kugeln sich häufig die Schulter aus, zum Beispiel Handballer, wenn ein Gegner sie mitten im Wurf behindert.
Bei jüngeren Menschen ist eine ausgekugelte Schulter oft eine Sportverletzung. Bei älteren Menschen steigt das Risiko zu stürzen. Außerdem nutzen sich Gelenk, Gelenkkapsel und Bänder mit den Jahren ab. Dadurch kugelt die Schulter leichter aus.
Traumatische Schulterluxation
Kugelt die Schulter bei einem Unfall aus, sprechen Ärzte von einer traumatischen Luxation. Sie ist sehr schmerzhaft. Meist muss die Schulter unter Narkose wieder eingerenkt werden. Beim Auskugeln und beim Einrenken kann das Gelenk verletzt werden, zum Beispiel der Oberarmkopf, die Gelenklippe (Labrum) oder der Knochen der Schulterpfanne. Dann kugelt die Schulter leichter erneut aus. Bei etwa 8 von 10 Menschen zwischen 20 und 30 Jahren passiert das später noch einmal. Mit höherem Alter sinkt dieses Risiko.
Habituelle, anlagebedingte Schulterluxation
Manchmal passen Oberarmkopf und Schulterpfanne von Geburt an nicht gut zusammen. Dann kann die Schulter auch ohne Unfall auskugeln. Das heißt habituelle Schulterluxation. Schon kleine Bewegungen reichen, oder es passiert ganz von selbst. Meist tut das kaum oder gar nicht weh. Viele können die Schulter sogar selbst wieder einrenken. Behandelt wird sie in der Regel ohne Operation, mit Physiotherapie.
Diagnose und Behandlung von akuten Schulterluxationen
Ist die Schulter gerade ausgekugelt, erkennen wir das bei der Untersuchung und im Röntgenbild. Sie muss dann sofort wieder eingerenkt werden. Gerade beim ersten Mal geht das oft nur unter Narkose. Danach röntgen wir noch einmal, um Verletzungen am Knochen zu erkennen. Später folgt eine MRT. Die brauchen wir auch, wenn die Schulter immer wieder auskugelt.
Nach dem Einrenken braucht die Schulter Ruhe. Sie wird für einige Zeit ruhiggestellt. Danach beginnt die Krankengymnastik. Wie es weitergeht, hängt davon ab, ob etwas mitverletzt wurde, zum Beispiel die Gelenklippe. Bei jüngeren und sportlichen Menschen ist oft eine frühe Operation sinnvoll, die die Schulter stabilisiert.









