Bei einer Patellaluxation springt die Kniescheibe aus ihrer Führung am Oberschenkelknochen. Meist springt sie zur Außenseite. Das tut sehr weh, und das Bein kann plötzlich wegknicken. Oft passiert das, wenn man das Knie beim Sport verdreht. Manche Menschen haben aber eine angeborene Neigung dazu. Bei ihnen reicht schon eine kleine Bewegung.
Was ist eine Patellaluxation?
Kniegelenk und Kniescheibe (Patella) sind wichtig für Ihre Beweglichkeit. Ohne sie könnten Sie den Unterschenkel kaum beugen und strecken. Normalerweise gleitet die Kniescheibe wie ein Schlitten auf und ab. Sie läuft dabei in einer Rinne am unteren Ende des Oberschenkelknochens. Ein inneres und ein äußeres Halteband halten sie fest.
Stimmt mit der Rinne im Knochen oder mit einem der Haltebänder etwas nicht, kann die Kniescheibe herausspringen. Das nennt man Patellaluxation oder Kniescheibenluxation.
Symptome: Woran erkenne ich eine ausgerenkte Kniescheibe?
Springt die Kniescheibe heraus, tut das Knie sofort stark weh. Sie können leicht stürzen. Denn der Oberschenkelmuskel kann das Bein dann nicht mehr strecken. Vor allem beim ersten Mal schwillt das Knie oft stark an.
Manchmal springt die Kniescheibe gleich von selbst zurück. In anderen Fällen bleibt sie sichtbar verschoben. Dann muss ein Arzt sie wieder einrenken.
Ursachen: Unfallbedingte oder anlagebedingte Patellaluxation
Eine gesunde Kniescheibe springt nur heraus, wenn große Kraft auf sie wirkt. Deshalb unterscheidet man zwei Arten: Ausrenkung durch einen Unfall und Ausrenkung durch eine angeborene Neigung (Anlage). Häufig ist ein Verdrehen beim Sport die Ursache.
Bei einer Patellaluxation durch Anlage reicht dagegen schon eine Kleinigkeit. Das kann ein einfaches Verdrehen beim Tanzen sein. Die Kniescheibe springt dann meist zur Außenseite heraus. Dabei reißt das innere Halteband (MPFL). Mögliche Gründe für eine solche Anlage sind:
- eine ungünstige Form der Kniescheibe
- eine zu flache Knochenrinne am Oberschenkel
- ein Hochstand der Kniescheibe
- eine X-Bein-Stellung
Diagnose: Röntgen, Ultraschall und MRT
Eine frische Verrenkung sieht man schon mit bloßem Auge. Streckt man das Knie, lässt sich die Kniescheibe wieder einrenken. Besonders nach dem ersten Mal sollte sofort ein Röntgenbild gemacht werden. So lassen sich Verletzungen am Knochen ausschließen. Flüssigkeit im Gelenk (Erguss) zeigt der Ultraschall. Weitere Verletzungen an Knorpel oder Bändern lassen sich mit einer MRT feststellen. Eine MRT ist eine Untersuchung im Magnetfeld, die genaue Bilder vom Inneren des Gelenks liefert.
Behandlung: Was hilft bei einer Patellaluxation?
Zuerst untersuchen wir Sie gründlich. Dann stellen wir für Sie einen Behandlungsplan auf. Er reicht vom Einrenken der Kniescheibe über Physiotherapie bis zu Übungen. Die Übungen sollen verhindern, dass die Kniescheibe wieder herausspringt. Auch eine Operation kann infrage kommen.
Ohne Operation
Die Kniescheibe wird wieder eingerenkt. Dann wird das Knie mit einer Spezialschiene ruhiggestellt. Gegen Schmerzen und Erguss können Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen helfen. Sprechen Sie das vorher mit einem Arzt ab. Bei einem starken Erguss kann eine Gelenkpunktion sinnvoll sein. Dabei wird die Flüssigkeit mit einer Nadel aus dem Knie abgelassen.
Operative Behandlung
Manchmal brechen beim Herausspringen Stücke von Knorpel oder Knochen ab. Diese sollten bald bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) entfernt oder wieder befestigt werden. Eine Operation empfiehlt sich außerdem besonders bei jungen und sportlichen Patienten. Und wenn die Kniescheibe immer wieder herausspringt. Möglich sind:
- Ersatz des inneren Haltebands der Kniescheibe (MPFL-Ersatz), der häufigste Eingriff
- Vertiefung einer zu flachen Knochenrinne
- Versetzung der Kniescheibensehne
Diese drei Eingriffe machen wir nicht selbst. Ist eine solche Operation für Sie sinnvoll, beraten wir Sie ausführlich. Dann überweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen.
Patellaluxation in Köln behandeln lassen
Ist Ihre Kniescheibe herausgesprungen, sollten Sie das Knie untersuchen lassen. Das gilt auch, wenn sie von selbst zurückgesprungen ist. In unserer Praxisklinik in Köln-Bayenthal und Köln-Rodenkirchen klären wir die Ursache. Wir prüfen, ob noch etwas anderes verletzt ist. Dann stellen wir mit Ihnen eine passende Behandlung zusammen.









